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Ortsgruppe Nürtingen

Energie: Erzeugung, Effizienz und Sparen

Energie: Erzeugung, Effizienz und Sparen

Solarstadt Nürtingen 2046 – Das Modell der Zukunft

Was, wenn der Energieverbrauch höher ist als uns die erneuerbaren Energien in Nürtingen liefern können? Diese Frage haben wir uns das erste Mal im Jahr 1997 gestellt, als der Klimawandel nur als dunkles Wölckchen am Horizont zu erahnen war. Heutzutage nach dem Dürresommer 2018 ist diese Frage aktueller und dringlicher denn je. Mit einem "Update" der Vision Solarstadt Nürtingen 2046 wollen wir die im Jahr 2015 in Paris vereinbarten Klimaziele in Nürtingen erreichen. Der Ausstieg aus Kohle- und Ölenergie ist dabei ein Muss, werden dadurch doch unvorstellbaren Mengen CO2 emittiert, welche die Erderwärmung beschleunigen. Die Lösung: Erneuerbare Energien. So können wir unseren Energiebedarf auch in Zukunft nachhaltig decken.

Doch was bedeutet das konkret für eine Stadt wie Nürtingen? Welche Maßnahmen sind notwendig, damit Nürtingen bis 2046 klimaneutral wird? Und wie viel Energie muss eingespart werden, damit die vor Ort verfügbaren Quellen (v.a. Sonnenenergie) den Energiebedarf decken können? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir ein innovatives Computer-Modell entwickelt und verschiedene Szenarien durchgespielt.

Alle Szenarien im Überblick

 

Szenario 1: Trendfortsetzung

Dieses Szenario haben zahlreiche Forschungsinstitute bereits durchgerechnet und das Ergebnis ist wenig überraschend: Läuft alles weiter wie bisher, dann wird sich die Erde mehr als 5°C erwärmen. Mit zahlreichen Folgen: Extreme Wettereregnisse wie Dürre oder Überschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels, Artensterben, Zunahme der Flüchtlingsströme und vieles mehr.

Die Folge: Die Zivilisation wie wir sie heute kennen könnte angesichts der zahlreichen Herausforderungen kollabieren

 

 

 

Bei einer rein technologischen Lösung kann der Energiebedarf nicht alleine aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Szenario 2: Technologische Innovationen

Unsere Ausgangsidee: Wenn wir alle verfügbaren Dachflächen mit Photovoltaik-Anlagen bedecken, schaffen wir dann in Nürtingen gemeinsam die Energiewende? Die Antwort unseres Modells: Nein! Deshalb gehen wir in unseren Überlegungen noch einen Schritt weiter:

  • Flächendeckender Einsatz von Energiespeichern, um Solarenergie auch dann nutzen zu können, wenn gerade keine Sonne scheint.
  • Netzausbau und -umbau
  • 100% Elektromobilität

Ergebnis: Mit einer rein technologischen Lösung kann der Energiebedarf nicht alleine aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Zudem zeigen sich bei diesem Szenario zwei Probleme:

  1. Die Erfahrung zeigt, dass CO2-Einsparungen mittels Effizienzmaßnahmen durch den sogenannten Rebound-Effekt aufgehoben werden. Denn das eingesparte CO2 wird an anderer Stelle um mindestens den gleichen Faktor mehr emittiert. Beispiel: Wenn die Stromkosten aufgrund des selbst erzeugten Solarstroms sinken, wird das gesparte Geld für eine zusätzliche Flugreise ausgegeben.
  2. Diese Maßnahmen lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen und benötigen eine enorme Entwicklungszeit. Bis die ersten Effekte zu erkennen sind, wird wiederum viel Zeit vergehen. Daher bleibt die Frage, ob es für dieses Szenario nicht schon zu spät ist …

 

 

Durch Anpassungen der Lebensgewohnheiten kann der Energiebedarf so gesenkt werden, dass erneuerbaren Energien, die lokal eingesetzt werden wie Sonne und Wasser, den gesamten Bedarf aller BürgerInnen Nürtingens decken.

Szenario 3: Technologische Innovationen + Änderung der Lebensgewohnheiten

Unser Modell zeigt: Mit rein technischen Mitteln können die CO2-Emmissionen nur marginal gesenkt werden. Zusätzliche Maßnahmen sind nötig:

  • Umfassende Gebäudedämmung
  • Halbierung des Pro-Kopf-Stromverbrauchs
  • Reduzierung der mit dem PKW zurückgelegten Kilometer von aktuell 21 km auf 5 km pro Tag 

Auf diese Weise kann der Energiebedarf so weit gesenkt werden, dass Sonne und Wasserkraft vor Ort den gesamten Bedarf der BürgerInnen und der Wirtschaft in Nürtingen decken.

 

Hohe CO2-Einsparungen sind möglich, wenn man bereit ist, den eigenen Lebensstil zu ändern:

  • Reduzierung des Konsums
  • Größtmöglicher Verzicht auf Flugreisen
  • Verringerung des Fleischkonsum
  • Verzicht aufs Autofahren
  • Halbierung der Wohnfläche

Auf diese Weise kann man bereits heute den eigenen CO2-Fußabdruck auf ein klimaverträgliches Maß verringern und benötigt gleichzeitig weniger Geld zum Leben. Und muss weniger Arbeiten! Das ist doch mal was!

 

 

Was kann ich tun?

  • Fordere von der Politik die Umsetzung von Maßnahmen zum Klimaschutz wie eine CO2-Steuer
  • Nutze Bus und Rad statt Auto!
  • Integriere reine Veggie- oder Vegie-Days in deinen Speiseplan!
  • Socken und Pullis an, dann kannst du deine Heizung auf 18°C runter drehen!
  • Plane deine nächste Reise so, dass du die Bahn statt dem Flugzeug nutzen kannst! Tipp: Mit der BahnCard 25 sparst du dabei auch noch richtig Geld!
  • Installiere eine PV-Anlage auf deinem Dach! Oder sag uns, wo noch welche fehlen
  • Verkleinere dich! Wer weniger Wohnraum braucht, spart nicht nur Fläche und Energie, sondern auch viel Zeit beim Putzen!
  • Weniger ist mehr! Reduziere deine Konsumausgaben und achte darauf, langlebige Dinge zu kaufen, an denen du auch noch in vielen Jahren Spaß hast!
  • Dämme dein Haus! Das macht sich ganz schnell auf der Heizrechnung bemerkbar!
  • Dusche statt Badewanne! Das spart nicht nur Wasser, sondern bares Geld!
  • Kaufe hochwertige Kleidungsstücke, an denen du lange Freude hast!
  • Trete für den Klimaschutz ein und unterstütze SchülerInnen bei dem globalen Streik „Friday for Future“

Hintergrundwissen

Die Basis für das Modell "Solarstadt 2046" sind umfangreiche lokalen Daten wie beispielsweise die bereits mit PV-Anlagen bedeckten Dachflächen ebenso wie die bislang ungenutzten Dachflächen. Hinzu kommen die bundesdeutschen Durchschnittswerte zu CO2-Emissionen pro Kopf sowie wissenschaftliche Effizienz-Studien im Bereich Energiespeicher und E-Mobilität. Die sich daraus ergebenden Einsparpotentiale wurden anschließend mit den Klimazielen, die eine globale Erwärmung unter +2°C anvisieren, abgeglichen.

Unser Solarstadtmodell ergänzt diese Daten um lokale Begebenheiten und liefert so Aufschluss darüber, wie die Ziele des Projektes „Solarstadt Nürtingen 2046“ erreicht werden können und wie jede/r seinen bzw. ihren Beitrag zum Gelingen leisten kann. 

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