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Ortsgruppe Nürtingen

Energie: Erzeugung, Effizienz und Sparen

Energie: Erzeugung, Effizienz und Sparen

Solarstadt Nürtingen 2046 – Das Modell der Zukunft

Was, wenn der Energieverbrauch höher ist als der mit erneuerbaren Energien gewonnene Strom? Diese Frage haben wir uns das erste Mal im Jahr 1997 gestellt, als der Klimawandel nur als dunkles Wölckchen am Horizont zu erahnen war. Heutzutage ist diese Frage dringender denn je, wollen wir gemeinsam die Pariser Klimaziele erfüllen und damit die Erderwärmung in den kommenden Jahren auf 2°C reduzieren. Der Ausstieg aus Kohle- und Ölenergie ist dabei ein Muss, werden dadurch doch unvorstellbaren Mengen an CO2 emittiert, welche die Erderwärmung beschleunigen. Die Lösung: Erneuerbare Energien. So können wir unseren Energiebedarf auch in Zukunft nachhaltig decken.

Doch was bedeutet das für eine Stadt wie Nürtingen? Welche Maßnahmen sind notwendig, um die CO2-Emmissionen Pro-Kopfzu senken? Um diese Fragen zu beantworten, haben wir ein innovatives Computer-Modell entworfen und verschiedene Szenarien durchgespielt.

Alle Szenarien im Überblick

 

Szenario 1: Trendfortsetzung

Dieses Szenario haben zahlreiche Forschungsinstitute bereits durchgerechnet und das Ergebnis ist wenig überraschend: Läuft alles weiter wie bisher, dann wird sich die Erde mehr als 5°C erwärmen. Mit zahlreichen Folgen: Extereme Wettereregnisse wie Dürre oder Überschwemmungen, Anstieg des Meeresspiegels durch Abschmelzen der Polkappen, Artensterben und vieles mehr.

 

 

 

Bei einer rein technologischen Lösung kann der Energiebedarf nicht alleine aus erneuerbaren Energien gedeckt werden.

Szenario 2: Technologische Innovationen

Unsere Ausgangsidee: Wenn wir alle verfügbaren Dachflächen mit PV-Anlagen bedecken, schaffen wir dann in Nürtingen gemeinsam die Energiewende? Die Antwort unseres Modells: Nein! Deshalb gehen wir in unseren Überlegungen noch einen Schritt weiter:

  • Flächendeckender Einsatz von Energiespeichern, um Solarenergie auch dann nutzen zu können, wenn gerade keine Sonne scheint.
  • Netzausbau und -umbau
  • 100% Elektromobilität

Auf diese Weise können 1 bis 2 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.Das reicht jedoch nicht, um die Pariser Klimaziele zu erreichen.

Zudem zeigen sich bei diesem Szenario zwei Probleme:

  1. Die Erfahrung zeigt, dass CO2-Einsparungen durch den sogenannten Rebound-Effekt aufgehoben werden. Denn das eingesparte CO2 wird an anderer Stelle um mindestens den gleichen Faktor mehr emittiert. Beispiel: Wenn die Stromkosten aufgrund des selbst erzeugten Solarstroms sinken, wird das gesparte Geld für eine zusätzliche Flugreise ausgegeben.
  2. All diese Maßnahmen lassen sich nicht von heute auf morgen umsetzen und benötigen eine enorme Entwicklungszeit. Bis die ersten Effekte zu erkennen sind, wird wiederum viel Zeit vergehen. Daher bleibt die Frage, ob es für dieses Szenario nicht schon zu spät ist …

 

 

Durch Anpassungen der Lebensgewohnheiten kann der Energiebedarf so gesenkt werden, dass erneuerbaren Energien, die lokal eingesetzt werden wie Sonne und Wasser, den gesamten Bedarf aller BürgerInnen Nürtingens decken.

Szenario 3: Technologische Innovationen + Änderung der Lebensgewohnheiten

Unser Modell zeigt: Mit rein technischen Mitteln können die CO2-Emmissionen nur marginal gesenkt werden. Zusätzliche Maßnahmen sind nötig:

  • Umfassende Gebäudedämmung
  • Halbierung des Pro-Kopf-Stromverbrauchs
  • Reduzierung der mit dem PKW zurückgelegten Kilometer von aktuell 21 km auf 5 km pro Tag 

Auf diese Weise können insgesamt 3 bis 4 Tonnen CO2 eingespart werden. Weiteres Plus: Der Stromverbrauch aller Einwohner/innen Nürtingens kann auf diese Weise aus dem lokal erzeugten Strom gedeckt werden. Nürtingen wäre damit autark im Hinblick auf die Energieversorgung (für Wärme, Strom und Mobilität).

Weitere CO2-Einsparungen sind möglich, wenn man bereit ist, den eigenen Lebensstil zu ändern:

  • Reduzierung des Konsums
  • Größtmöglicher Verzeicht auf Flugreisen
  • Verringerung des Fleischkonsum
  • Verzicht aufs Autofahren
  • Halbierung der Wohnfläche

Auf diese Weise kann man bereits heute den eigenen CO2-Fußabdruck auf 4 Tonnen CO2/Jahr verringern und benötigt gleichzeitig weniger Geld zum Leben. Und muss weniger Arbeiten! Das ist doch mal was!

 

 

Was kann ich tun?

  • Nutze Bus und Rad statt Auto!
  • Integriere reine Veggie- oder Vegie-Days in deinen Speiseplan!
  • Socken und Pullis an, dann kannst du deine Heizung auf 18°C runter drehen!
  • Plane deine nächste Reise so, dass du die Bahn statt dem Flugzeug nutzen kannst! Tipp: Mit der BahnCard 25 sparst du dabei auch noch richtig Geld!
  • Installiere eine PV-Analage auf deinem Dach! Oder sag uns, wo noch welche fehlen
  • Verkleinere dich! Wer weniger Wohnraum braucht, spart nicht nur Fläche und Energie, sondern auch viel Zeit beim Putzen!
  • Weniger ist mehr! Reduziere deine Konsumausgaben und achte darauf, langlebige Dinge zu kaufen, an denen du auch noch in vielen Jahren Spaß hast!
  • Dämme dein Haus! Das macht sich ganz schnell auf der Heizrechnung bemerkbar!
  • Dusche statt Badewanne! Das spart nicht nur Wasser, sondern bares Geld!
  • Kaufe hochwertige Kleidungsstücke, an denen du lange Freude hast!

Hintergrundwissen

Die Basis für das Modell "Solarstadt 20146" sind umfangreiche lokalen Daten wie beispielsweise die bereits mit PV-Anlagen bedeckten Dachflächen ebenso wie die bislang ungenutzten Dächer mit für Solaranlagen geeigneter Ausrichtung. Hinzu kommen die bundesdeutschen Durchschnittswerte zu CO2-Emissionen pro Kopf sowie wissenschaftliche Effizienz-Studien im Bereich Energiespeicher und E-Mobilität. Die sich daraus ergebenden Einsparpotentiale wurden anschließend mit den Klimazielen, die eine globale Erwärmung um +2°C anvisieren, abgeglichen. Das Solarstadtmodell ergänzt diese Daten um lokale Begebenheiten und liefert so Aufschluss darüber, wie die Ziele des zukunftsgerichteten Projektes „Solarstadt Nürtingen 2046“ erreicht werden können und wie jede/r seinen bzw. ihren Beitrag zum Gelingen leisten kann. 

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