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Ortsgruppe Nürtingen

Ernährung, Landwirtschaft und Biodiversität

Ernährung – Fleischkonsum

Foto: Hörfurter

Jede/r Einwohner/in unseres Landes isst im Schnitt ca. 60 kg Fleisch und Wurst im Jahr, ca. 30 kg mehr als für die Gesundheit gut ist.

Für kein anderes Konsumgut der Welt wird so viel Land benötigt wie für die Herstellung von Fleisch: 77 % des globalen Agrarlands erzeugen gerade mal 17 % des Kalorienbedarfs. Auf der Fläche, die man für die Erzeugung von vier Gramm Rindfleisch benötigt, könnte man 100 g pflanzliche Nahrung mit vergleichbarem Eiweiß- und Kaloriengehalt anbauen.

Was kann ich tun?

  • Ernähre dich überwiegend saisonal und kaufe regional ein! Achte beim Einkaufen darauf, welche Lebensmittel gerade Hauptsaison haben. Auf dem Wochenmarkt gibt es viele frische und regionale Produkte (kurze Transportwege).
  • Koche selbst und verwende gering verarbeitete Lebensmittel!
  • Prüfe deine Vorräte zu Hause, bevor du einkaufen gehst! In Deutschland landen nämlich pro Jahr ca. 11 Mio. Tonnen Lebensmittel im Müll. Zudem verderben 30-40 % der Lebensmittel auf dem Weg vom Erzeuger zum Konsumenten.
  • Iss weniger Fleisch sowie Wurst und achte darauf, woher es stammt! Denke daran, dass unsere vergleichsweise niedrigen Lebensmittelpreise häufig nicht die tatsächlichen Produktions- und Folgekosten widerspiegeln.
  • Unterstütze die bäuerliche und biologische Landwirtschaft in deiner Region wie die Solidarische Landwirtschaft am Hopfenhof! Lokale/regionale Selbstversorgung ist die beste Krisenvorsorge und wirksamste Maßnahme gegen den Klimawandel
Foto: Hörfurter

Weiterführende Informationen:


 

 

Landwirtschaft

Foto: Stotz

Nahezu leere Regale, keine Sojamilch, kein Reis oder Kiwis. Dieses düstere Bild böte sich Kundinnen und Kunden im Supermarkt, würde Deutschland aufhören, den Großteil seiner Lebensmittel zu importieren. Heute importieren wir bereits 18,2 Millionen Hektar internationale Agrarfläche während die für die Produktion von Lebensmitteln landwirtschaftlich genutzte Fläche in Deutschland mehr und mehr rückläufig ist (14,7 Millionen Hektar). Und dieser Trend setzt sich fort.

Auch in Nürtingen sterben kleine landwirtschaftliche Betriebe, weil niedrige Lebensmittelpreise und große Bauprojekte ihnen die Lebensgrundlage rauben. So ist ihre Zahl seit den 80er Jahren von ursprünglich 166 auf weniger als ein 1/3 geschrumpft. Lebensmittel wie Kartoffeln (-14,5% zwischen 2010-2016) oder Weizen (-16,3% zwischen 2010-2016) werden immer seltener angebaut, obwohl sie klassische Sattmacher sind und auf unseren Böden gute Erträge bringen.

Die Solarstadt 2046 möchte lokale und regionale Landwirtschaft stärken und Verbraucherinnen und Verbraucher für bewussten Genuss begeistern.

Was kann ich tun?

  • Genieße bewusst! Exotische Früchte müssen nicht jeden Tag auf den Teller. Ihr Anbau und Transport verursacht große Umwelt- und Klimaschäden (immenser virtueller Wasserverbrauch, Pestizide, Landraub, etc.).
  • Entdecke schwäbisches Superfood! Kaufe deutsche Leinsamen, Alb- oder Tecklinsen, rote Beete und Nürtinger Tomaten statt Chia-Samen, Aroniabeeren, Bulgur, Avocados und Mangos aus Übersee.
  • Zahle faire Milchpreise und schmecke den Unterschied! Kaufe Regionale (Bio-)milch und Milchprodukte.
Foto: Egersdoerfer

Aktuelle & geplante Projekte in Nürtingen

Quellen: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2017


Biodiversität – die Artenvielfalt schützen

Foto: Junginger

Die Rote Liste des Bundesamtes für Naturschutz führt auf, wie es um die Artenvielfalt in Deutschland bestellt ist – blühende Landschaften sehen anders aus:

  • 26% der ca. 3.000 einheimischen Farn- und Blütenpflanzen sind bestandsgefährdet, fast 2% ausgestorben oder verschollen.
  • 36% der einheimischen Tierarten sind akut bedroht, 3% ausgestorben oder verschollen.
  • Über 70% der Lebensräume von Pflanzen und Tieren werden als gefährdet eingestuft.

 

Das sechste Massensterben

Erschütternde Zahlen einer aktuellen Studie aus Deutschland zeigen, dass die Zahl der Insekten in den vergangenen Jahren um 75 – 80 % zurückgegangen ist. Und das ist kein Einzelfall! Internationale Wissenschaftler sprechen inzwischen von einem Massensterben der Fauna und Flora, das in seiner Größenordnung mit den bisher größten Massensterben der Erdgeschichte vergleichbar ist.

Die biologische Vielfalt ist durch die Zerstörung von Lebensräumen, den Einsatz von Pestiziden, den Eintrag von Schadstoffen und nicht zuletzt durch den Klimawandel in Gefahr. Der Ausweg: Bestehende Lebensräume von Pflanzen und Tieren schützen und neue (wieder-) erschaffen! Ein weiterer Effekt: Böden, Moore und Meere speichern zugleich auch in großen Mengen das klimaschädliche Kohlendioxid. Wer die biologische Artenvielfalt schützt, leistet somit auch einen Beitrag zum Klimaschutz.

Artenvielfalt in Nürtingen

Viele innerstädtische Grünflächen in Nürtingen wie z.B. die Flächen unterhalb des Hölderlin Gymnasiums und am Ersberg sind als magere Flachland-Mähwiesen klassifiziert und werden von der Stadt gemäß den Vorgaben zum Schutz der Fauna und Flora bewirtschaftet. Bunte, insektenfreundlich angelegte Verkehrsinseln und Baumscheiben finden sich ebenfalls in der Stadt. Diese Maßnahmen sind ein wichtiger Schritt, dennoch bleibt viel Handlungspotential bislang ungenutzt – sowohl von städtischer wie von landwirtschaftlicher und insbesondere von privater Seite.

 

Was kann ich tun?

  • Schottere oder pflastere deinen Vorgarten nicht!
  • Schütze Moorlandschaften durch torffreies Gärtnern!
  • Pflanze einheimische Blumen und Kräuter in deinem Garten!
  • Verwandle deinen Garten in eine blühende, schwäbische Blumenwiese – Insekten werden dich dafür lieben! Da kann der englische Rasen einpacken!
  • Hände weg von Insektiziden und Pestiziden! Natürliche Mittel wie Kaffeesatz sind super als Dünger und halten sogar die Schnecken fern!
  • Schluss mit 4mm-Rasen und gefegten Beeten: "Ungepflegte" Eckchen sind angesagt – dort fühlen sich Insekten, Käfer und Vögel wohl!
  • Biete Wohnraum für Wildbienen an! Aber Achtung, viele kostengünstige Nisthilfen sehen zwar schön aus, nutzen aber zu weiches Holz. Dieses kann splittern und die zarten Insektenflügel verletzten. Mehr Infos zu wohnlichen Nisthilfen für Insekten und Vögel findest du unter Nisthilfe für Wildbienen
  • Greif zu Rechen & Besen statt Laubsauger & Laubbläser! Denn im eingesaugten Laub sind Pflanzensamen und Kleintiere wie Spinnen und Insekten, die beim Einsaugen regelrecht gehäckselt werden. Zudem sind Laubbläser laut und verursachen in der Regel einen hohen Stickstoff- und CO2-Ausstoß.
  • Mache von der Demokratie Gebrauch und fordere von der Stadt, dem Landkreis und dem Land, öffentliche Flächen insektenfreundlich zu bewirtschaften!

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Aktuelle & geplante Projekte in Nürtingen

  • Zusammenarbeit mit der Stadt Nürtingen in Bezug auf das Grünflächenpflegekonzept
  • Infoaktion am „Mobil ohne Auto“ -Tag, am 30. September 2018 im Tiefenbachtal
  • Einführung von Beet-Patenschaften

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